Der Bezirksverband Lüneburg der Jungen Union kritisiert, dass sich der Landkreis Lüchow-Dannenberg bislang nicht der gemeinsamen Initiative zahlreicher Landkreise und kreisfreier Städte zur Finanzierung des 7. Bauabschnitts der A39 angeschlossen hat.
Unter Federführung des Uelzener Landrats Dr. Heiko Blume haben sich zunächst die kreisfreien Städte Braunschweig, Salzgitter und Wolfsburg sowie die Landkreise Uelzen, Celle, Gifhorn, Harburg, Helmstedt, Lüneburg und der Altmarkkreis Salzwedel gemeinsam an die Bundesregierung gewandt. Inzwischen unterstützen insgesamt 14 Städte und Landkreise aus Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern die Forderung, die Finanzierung des 7. Bauabschnitts sicherzustellen.
„Umso unverständlicher ist es für uns, dass ausgerechnet Lüchow-Dannenberg bei diesem gemeinsamen Signal der Region fehlt. Die A39 und die B190n sind gerade für den ländlichen Raum von enormer Bedeutung. Wenn sich Landkreise aus vier Bundesländern zusammenschließen, um beim Bund gemeinsam für unsere Infrastruktur zu kämpfen, sollte Lüchow-Dannenberg nicht am Seitenrand stehen“, erklärt der JU-Bezirksverband Lüneburg.
Nach den dem Bezirksverband vorliegenden Informationen wurde die fehlende Zustimmung damit begründet, dass zunächst die politischen Gremien des Landkreises beteiligt werden müssten. Diese Argumentation überzeugt die Junge Union nicht.
„Natürlich sind die Rechte des Kreistages und seiner Gremien zu respektieren. Hier geht es aber zunächst um ein gemeinsames politisches Signal gegenüber der Bundesregierung. Andere Landräte und Oberbürgermeister konnten dieses Signal ebenfalls kurzfristig setzen. Warum das ausgerechnet in Lüchow-Dannenberg nicht möglich sein soll, erschließt sich uns nicht“, so der JU-Bezirksverband.
Besonders bemerkenswert sei dies, weil der Landkreis Lüchow-Dannenberg von einer besseren überregionalen Verkehrsanbindung und dem Zusammenspiel von A39, A14 und B190n profitieren könne. Gerade strukturschwächere ländliche Räume seien auf leistungsfähige Verkehrswege angewiesen, um Unternehmen zu halten, neue Investitionen zu ermöglichen und für junge Menschen attraktiv zu bleiben.
Nachdem das Bundesverwaltungsgericht am 8. Juli 2026 die Klage gegen den Planfeststellungsbeschluss für den 7. Bauabschnitt der A39 abgewiesen hat, besteht für den Abschnitt zwischen Weyhausen und Ehra unanfechtbares Baurecht. Aus Sicht der Jungen Union muss es deshalb jetzt darum gehen, den jahrzehntelangen Planungen endlich konkrete Bauarbeiten folgen zu lassen.
„Wir erwarten von der Bundesregierung, dass sie das Geld für den 7. Bauabschnitt bereitstellt. Dafür brauchen wir aber auch vor Ort größtmögliche Geschlossenheit. Es wäre ein fatales Signal, wenn wir vom Bund Milliardeninvestitionen in unsere Region verlangen, gleichzeitig aber ein Landkreis aus Nordostniedersachsen bei einer gemeinsamen Initiative nicht mitzieht“, erklärt der JU-Bezirksverband Lüneburg.
Die Junge Union fordert Landrätin Dagmar Schulz deshalb auf, eine Unterstützung der Initiative schnellstmöglich herbeizuführen.
„Bei einem Infrastrukturprojekt dieser Größenordnung darf es nicht an kommunalen Zuständigkeitsdiskussionen scheitern. Wenn eine Gremienentscheidung notwendig ist, muss sie eben schnellstmöglich herbeigeführt werden. Unser Signal aus Nordostniedersachsen muss lauten: Wir wollen die A39, wir brauchen die A39 und wir erwarten jetzt vom Bund, dass gebaut wird.“
